Vielleicht hast du etwas erfahren, was sich so schrecklich anfühlt, dass du dir nicht vorstellen kannst darüber zu sprechen.

Hast du Angst, dass dir niemand zuhört?
Hast du Angst, dass dir niemand glaubt?
Hast du Angst, dass dir die Schuld gegeben wird?

Kannst du dir nicht vorstellen, dass eine Person aus deiner Familie oder deinem direkten Umfeld bereits eine Form von sexualisierter Gewalt erfahren hat?

Hast du Angst vor der Wahrheit?
Hast du Angst dein Verhalten zu hinterfragen?
Hast du Angst mal eine Grenze überschritten zu haben?

Angst macht keinen Lärm

Darum wollen wir leise sein und lauschen.
Sammeln, teilen, nachdenken. Gemeinsam laut werden.
Geschichten erzählen, in der Sprache, die wir wählen. Der Versuch dem scheinbar Unfassbaren eine Form zu geben.
Versuchen hin zu schauen, zu zuhören.
Mit zu fühlen.

Mythen.
Vrgwltgngsmythen. Die die Falschen schützen, zu Helden verklären.
Opfermythen. Die uns lähmen, uns einschränken.

Märchen.
Lügengeschichten. Mit denen die gewaltvolle Realität verschleiert wird.
Schützende Bilder. Mit denen die Wahrheit leichter auszuhalten ist.

Träume.
Albträume. Denen wir uns stellen.
Utopien. Die es lohnt sich auszumalen, auszuformulieren.

Widersprüche.
Der große, böse Wolf, die liebende, beschützende Wölfin.
Der einsame Wolf und das Wolfsrudel.

Ein lautes, kräftiges Heulen.

 

Forum

8.10.16 // Mensch Meier, Berlin // 14:00

Sexualisierte Gewalt ist ein komplexes und sensibles Thema. Am 8. Oktober wollen wir uns im Mensch Meier in Berlin gemeinsam diesem Thema nähern.

Wir wollen ein Forum bieten, um Geschichten zu teilen, um zu zuhören, um selbstwirksam zu sein, sich auszutauschen und nachzudenken. Wir wollen eine Bühne bieten für die individuellen und kreativen Verarbeitungsprozesse von Betroffenen und allen anderen zugleich das Zuhören ermöglichen.

Wir hoffen den Anstoß für eine Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt zu geben, die über die Veranstaltung hinausgeht.

Wir laden alle ein, die sich angesprochen fühlen: Ob Betroffene sexualisierter Gewalt, Menschen, die sexualisierte Gewalt nicht mehr hinnehmen wollen, Interessierte – Alle sind willkommen, solange sich alle mit Respekt und Rücksicht begegnen.

Wir weisen Euch auch darauf hin, dass auch wenn wir viele Vorkehrungen treffen, um einen möglichst sicheren und sensiblen Umgang mit dem Thema zu ermöglichen, das Thema sexualisierte Gewalt für einige unter uns unberechenbar bleibt. Wir bitten Euch also wenn ihr am 8. Oktober kommt, Euch selbst nicht zu überschätzen, vorbereitet zu sein, eventuell eine vertraute Person mitzubringen und die eigenen Grenzen zu beachten.

Theorie & Praxis

Bühne

Eine Bühne, Licht, Ruhe. Ein leerer Raum der gefüllt werden will. Aufmerksamkeit für Geschichten, die sonst still gemacht werden. Alles auf den Kopf stellen und Dinge an die Oberfläche kommen lassen, für die es “da draussen” keinen Platz gibt.

“Da draussen”, wo Recht hat wer am lautesten ist und sich am meisten Raum nimmt. Wo laut sein vorbestimmt ist. Wie laut kannst du denn tatsächlich sein, wenn niemand dir zuhört?

Wenn du ganz still bist wird aus leisem Rauschen Lärm. Lärm, der schon immer da war.

15:00-17:00 MUT & WUT Lesebühne

eine lesebühne zu sexualisierter gewalt ohne explizite_graphische beschreibungen von sexualisierter gewalt

wir suchen texte, fröhliche, traurige, wütende, nachdenkliche, lustige, kämpferische. schreib uns, wenn du magst, lesen magst, einen text schicken magst. komm vorbei.

texte, die sich wehren. über_leben, weiter_leben. leben mit. leben trotz. anerkennen, wie viel das ist. nachdenken, gemeinsam. die gedanken zulassen. anerkennen – dass da-zu-sein eine krasse leistung ist. ich bin immer noch da.

zusammen sein. wie geht es dir?

ich suche nach wegen, miteinander zu reden, die vorsichtig sind. prüfen. was willst_kannst du gerade hören? was willst_kannst du gerade sagen? kannst du mir zeigen, wenn du das nicht hören kannst_willst, was ich sage?

ich will dich feiern. feiern, dass du da bist. mich feiern.

eine lesebühne von und mit :

The Irksome Institute
&
read the f.a.q

F***book

 

17-18 Uhr offene Bühne – open stage

Während der open-stage könnt ihr selbst bestimmen, was passiert.

Briefe, Gedichte, politische Texte, persönliche Texte, Märchen, Mythen – verschiedene Menschen, verschiedene Zugänge, verschiedene Textarten. Wir freuen uns auf vielfältige Texte die durch eine offene Lesebühne, also die Möglichkeit spontan Texte vorzulesen oder vorlesen zu lassen, ergänzt wird.

Unser Workshopprogramm wird mit einem Schreibworkshop beginnen – Ergebnisse daraus können während der offenen Lesebühne vorgetragen werden.

Es gibt eine Regel: Bitte mache vor deinem Beitrag eine kleine Inhaltsangabe (ähnlich wie eine Triggerwarnung) und eine kurze Pause, damit Menschen, die bei bestimmten Aspekten nicht zuhören möchten, auch die Zeit haben den Raum zu verlassen.

…Mehr als Worte

Geisterstunde

Kurzfilm – deutsch mit englischen Untertiteln – zeigt sexualisierte Gewalt

Eine junge Frau studiert Gesang. Ein Dozent. Die Haare glatt gebügelt. Mitternacht und Alltag. Von Franziska Schiedung.

Second Closet

Kurzfilm – italienisch mit englischen Untertiteln – zeigt häusliche Gewalt, Sex, Nacktheit

Ein Kurzfilm über häusliche Gewalt in einer lesbischen Beziehung. Von Sara Luraschi & Stefania Minghini Azzarello.

Membrane

Eine Haut, ein Fell. Fragile Hülle. Grenze und Tor zwischen dem Innen und dem Außen. Annehmen und Abwehren, lass es durch deine Poren fließen. Manchmal entscheidest du, manchmal wird für dich entschieden. Du hast einen Boden unter den Füßen und einen Himmel über dem Kopf. Und du dazwischen? Winde wehen.

Eine Tanzperformance mit Velia Hahnemann

Skin – Häutung

Performance mit Alba-Sophia & Sarah, Musik von Mauro
Zeigt Nacktheit

Info

Location

Zwischen Lichtenberg und Prenzlauer Berg liegt das Mensch Meier in der Storkower Straße 121, 10407 Berlin. Zur Orientierung klickt hier.

S-Bahn Ring: Landsberger Allee

Tram M10: Kniproderstraße / Danziger Straße                                                  Tram 5,6,8: Landsberger Allee

Bus 156/200: Kniproderstraße / Storkower Straße


Eintritt

Hohes Eintrittsgeld sollte für die Teilnahme an unsem Forum keine Hindernisse darstellen. Da wir uns jedoch zum größten Teil durch Spenden finanzieren, liegt unsere Spendenempfehlung zwischen 3-10Euro. Teilnehmer*innen des Forums zahlen keinen extra Eintritt für das Fest, werden jedoch gebeten, dies bei ihrer Spende zu bedenken. Unsere Einnahmen sollen zuerst unsere Ausgaben decken und alles weitere wird dann an Beratungsstellen gespendet!

Tagesveranstaltung 14-22 Uhr: Spendenrahmen 3-10 Euro.

Ab 22Uhr: Eintritt 10 Euro


Essen

Warme und leckere Speisen sorgen für die richtige Stärkung! Vegan und für kleines Geld.

In Kürze erfahrt ihr hier mehr.


Barrieren&Co

Erreichbarkeit: Das Mensch Meier ist mit Bus und S-Bahn erreichbar. Sowie mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß.

Räumliche Barrieren: Das Mensch Meier ist zu sehr großen Teilen rollstuhlgerecht, es gibt eine rollstuhlgerechte Toilette. Es kann sein, dass bei schlechtem Wetter, das Kino nicht mit Rollstuhl erreichbar ist. Aber es gibt alle Filme auch online.

Es gibt kein Blindenleitsystem. Wir können nicht garantieren, dass die Geräuschkulisse angenehm bleibt und es keine schrillen, laute Geräusche gibt.

Kinder: Es ist möglich mit Kind zu kommen, wir bieten keine Kinderbetreuung an und sehen die Verantwortlichkeit bei den jeweiligen Bezugspersonen.

Rauchen: Je nach Ort und Uhrzeit kann es sein, dass geraucht wird. Wir bitten euch, umsichtig zu sein. Fragt nach, bevor ihr andere zuqualmt.

Sprachen: Die jeweiligen möglichen Sprachen werden im Programm angekündigt. Wir werden versuchen Flüsterübersetzungen anzubieten. Ihr seid aufgefordert, mitzuhelfen.


F***book

Mit einem Klick wirst du auf folgende Seiten weitergeleitet:

Pandoras Network

Fear Makes No Noise – Forum

Fear Makes No Noise – Fest (Soliparty)

Kreativecke

Verarbeitungsprozesse sind individuell und unterschiedlich. Es gibt Menschen, denen es schwer fällt, ihre Erfahrungen und Gefühle in Worten zu benennen. Für Einige wirken geschriebene Texte wie eine Entlastung ihrer Gedanken. Andere wiederum basteln und lernen dabei ganz unterbewusst mehr über sich selbst…

Die Kreativecke soll einen Raum bieten um Bilder zu malen, Texte zu schreiben, um zu Basteln oder alles zusammen und nur das, was am besten zu euch passt– Ein Ort um erlebtes oder gerade gesehenes zu verarbeiten, darüber nachzudenken, es zu Papier zu bringen.

Eine große Tafel mit bunten Bastelutensilien jeglicher Art wird für euch bereit gestellt. Ihr seid herzlich eingeladen, kreative Verarbeitungsprozesse für euch selbst auszuprobieren oder euch indem frei zu entfalten, was euch gut tut.

Eure Werke und Texte könnt ihr für euch behalten und sie mit nach Hause nehmen. Ihr könnt sie mit uns teilen, sie zeigen oder vortragen.Vielleicht möchtet ihr, dass euer Text gehört wird aber ihr wollt anonym bleiben und ihn nicht selbst vortragen? Dafür stellen wir einen Briefkasten bereit: Alle Texte, die im Briefkasten landen, werden von einer anderen, beliebigen Person auf unserer Lesebühne vorgetragen.

Manchmal tut es gut, etwas zu erschaffen – manchmal jedoch, will man damit hinterher nichts mehr zutun haben. Deswegen wird es die Möglichkeit geben, alle Werke und Texte in einer Feuertonne zu verbrennen und sie somit für immer verschwinden zu lassen.

 

Kunst

Schaut später noch einmal vorbei – Das Programm ist noch in Arbeit.

Programm

MOND | THEORIE & PRAXIS

14:45

SCHREIBWORKSHOP – von Betroffenen für Betroffene sexualisierter Gewalt

Der Workshop soll einen kleinen Einblick in die vielseitigen Möglichkeiten des Schreibens bieten, als Kraftquelle, Technik zur Entspannung, Verarbeitungsmöglichkeit oder einfach nur zum lustigen Zeitvertreib.

16:45

WAHRNEHMUNG & PRÄSENZ – Workshop

Mit Ideen aus der Kampfkunst üben wir Entspannung, Gleichgewicht, Blick, Wahrnehmung, Präsenz.

19:00

ANDERE BILDER|EIGENE BILDER – Gesprächsrunde & Austausch – Tauwetter e.v.

Wir möchten darüber reden, welche Bilder von männlichen* Betroffenen von sexualisierter Gewalt in den Imagefilmen sichtbar werden, die für die Beratungsstelle Tauwetter entwickelt wurden

20:00

ANZEIGEN ODER NICHT ? – Input zur Rechtslage im Sexualstrafrecht – Ronska Grimm

Nach jahrelangen Forderungen hat der Bundestag endlich die Reform des Sexualstrafrechtes in Richtung „nein heißt nein“ verabschiedet. Das klingt gut, aber was genau ändert sich dadurch?

21:15

RECLAIM YOUR PARTY|VISIBLE SOLIDARITY – Workshop

Wie will ich feiern? Was ist mir bei einer Party wichtig? Was brauche ich, um mich wohl zu fühlen? Wir werden und diesen Fragen stellen und gemeinsam eine Methode entwickeln, mit der wir während der Party die Auseinandersetzung mit diesen Themen fördern wollen.

RÄUBER*INNENHÖHLE | BÜHNE

14:15

FEIERLICHE ERÖFFNUNG – Mensch Meier & Pandora

15:00

MUT&WUT LESEBÜHNE – the irksome Institut: & read the FAQ

Eine Lesebühne zu sexualisierter Gewalt ohne explizite_graphische Beschreibungen von sexualisierter Gewalt

17:00

OFFENE BÜHNE

Mit der Möglichkeit anonym Texte vorlesen zu lassen

18:00

KINO

Geisterstunde |deutsch mit englischen Untertiteln|zeigt sexualisierte Gewalt

Eine junge Frau studiert Gesang. Ein Dozent. Die Haare glatt gebügelt. Mitternacht und Alltag. Von Franziska Schiedung.

Second Closet|italienisch mit englischen Untertiteln|zeigt häusliche Gewalt, Sex, Nacktheit

Ein Kurzfilm über häusliche Gewalt in einer Beziehung von Sara Luraschi & Stefania Minghini Azzarello.

19:00

MEMBRANE – Tanzperformance
mit Velia Hahnemann

19:30

KINO
Wiederhohlung Geisterstunde & Second Closet

20:30

SKIN|HÄUTUNG – Performance
mit Alba-Sophia & Sarah|zeigt Nacktheit

23:00

PARTY

Le_Go & Jennifer Gegenläufer setzen den Startschuss!

Fest

08.10.16 // Mensch Meier, Berlin // 23:00

Soli für Pandora’s Netzwerk. Unser Forum finanziert sich vor allem durch die Einnahmen der Soliparty – daher freuen wir uns, wenn ihr zahlreich erscheint und unser Projekt somit unterstützt.

Das Thema sexualisierte Gewalt ist übel und unbequem, aber wir lassen es uns nicht nehmen, in der Nacht laut zu werden und gemeinsam ein Fest zu feiern. Wir lassen den Tag nachwirken und sind dabei nicht allein.

Ein lautes, kräftiges Heulen.

Konzert

Jennifer Gegenläufer & Le_Go

 

Jennifer Gegenläufers junge Biographie erzählt von spannungsreichen Gleichzeitigkeiten: Rap-Musik feiern aber Sexismus erfahren, außergewöhnlich Smart-Sein aber die Schule verkacken, die Welt in vollen Zügen erleben wollen aber im Heim aufwachsen. Mit der charakteristischen Gabe Spieße umzudrehen, flowt sie homophobe Statements von irgendwo aus der Mehrheitsgesellschaft mit brachialer Wortgewalt in Grund und Boden. Sie setzt auf die Vereinbarkeit von Widersprüchen und scheut sich nicht, sich mit Ismen aller Art anzulegen. Konfrontativ aber liebevoll, ernst aber ironisch, autonom aber kollektiv: Jennifer Gegenläufer liefert mit kreativen Songwritings und flowtechnischem Polymorphismus das letzte Indiz dafür, queeren Rap in eine neue Dimension zu exportieren. Als Produzent*in ihrer eigenen Beatz unterstreicht sie ihre Texte durch exzessive psychoakustische Klangerlebnisse und lädt ein, gemeinsam gegen Gott, Staat und Patriarchat zu randalieren.

Line Up

Mit dem Klick auf die unten stehenden Künster*innen gelangst du auf die Soundcloud-Seite.

Viel Spaß beim reinhören!

bonnie ford  BERLIN

Conzuela Numez   berlin

Dash –        PRAHA

Erste Person Plural  – Berlin

flashy trashy  – BERLIN

fabian tombers – berlin

Gwen Wayne b2b Paris aus Hilton (HH, B)

LE_Go (Leipzig)

Lotte Ahoi (Berlin)

L/N/A (Berlin)

Sandix ( Bremen, Berlin)

Schnekno (Hannover)

Daniel (Berlin)

The Princess of Death (berlin)

Werther Effekt (Sao Paulo, Leipzig)

Ivy b2b Bleak Amethyst (berlin)

 

… und noch mehr!

 

Specials

Es ist die Liebe zum Detail!

… Kleinigkeiten, die das Leben schöner machen!

Awareness

Feiern, tanzen, Spaß haben – wir feiern ein Fest, auf dem die persönlichen Grenzen aller Personen wahrgenommen und respektiert werden sollen. Denkt mit! Und denkt nicht, es wäre OK! Wir alle wollen ausgelassen feiern und niemand hat Lust auf Gaffer oder unerwünschtes Antanzen. Es NERVT!
Übergriffe, diskriminierendes und aggressives Verhalten werden absolut nicht geduldet und führen zum Verweis der Veranstaltung.

Es ist super schön, interessanten Personen zu begegnen und sich näher zu kommen, aber geht nicht von einem gegenseitigen Einverständnis aus! Eigene Grenzen können nicht auf deine Mitmenschen übertragen werden. Leider haben genau das viele Menschen noch nicht verstanden. Deswegen seid vorsichtig, ehrlich und gut zueinander!

Achtet auf euch selbst und euer Umfeld. Habt Spaß beim Feiern! Wenn ihr jedoch eine Situation beobachtet, die euch seltsam vorkommt, dann bitten wir euch, es irgendwem mitzuteilen und Hilfe zu holen.

Solltet ihr selbst eine Grenzüberschreitung erleben oder beobachten, sind Unterstützer*innen aus unserem Support-Team für euch da. Das Team wird während der gesamten Veranstaltung für Fragen bereit stehen und in konkreten Situationen intervenieren.

Achtsamkeit

Wir weisen Euch auch darauf hin, dass auch wenn wir viele Vorkehrungen treffen, um einen möglichst sicheren und sensiblen Umgang mit dem Thema zu ermöglichen, das Thema sexualisierte Gewalt für einige unter uns unberechenbar bleibt. Da wir uns Zeit und Raum nehmen das Thema sexualisierte Gewalt während des Forums&Festes zu bearbeiten, machen wir uns auch dadurch verletzlich. Wir bitten Euch also sowohl tagsüber als auch nachts Euch selbst nicht zu überschätzen, vorbereitet zu sein, eventuell eine vertraute Person mitzubringen und die eigenen Grenzen zu beachten.
Für das Forum&Fest haben wir ein Konzept erarbeitet, um einen achtsamen und sensiblen Umgang mit dem Thema und miteinander zu vereinfachen.
Es geht uns mit diesem Konzept weder darum eine ständige Gefahr zu propagieren, noch tatsächliche Gefahren runterzuspielen oder Verantwortlichkeiten an Individuen oder Supportteams abzugeben. Wir alle sind Teil des Forums und tragen alle unseren Teil dazu bei. Wir lehnen sogenannte „Opferrollen“ ab, das heißt wir wenden uns gegen Stigmatisierung und Klischees und wünschen uns das auch von unseren Besucher*innen. Bitte beachtet, dass wir keine Photos oder Videoaufnahmen während des Forums wünschen, wir möchten Privatsphäre und Sicherheit unserer Besucher*innen wahren.
Wir wollen versuchen aufeinander und auf uns selbst zu achten, die Mittel und Wege, die wir als Struktur bereitstellen (können), werden unten erläutert.

Achte auf dich selbst

Als betroffene und auch als nicht-betroffene Person von sexualisierter Gewalt möchten wir Dich bitten, auf Dich selbst zu achten. Du selbst weißt wahrscheinlich besser als andere, wo deine Grenzen sind. Wie viele und welche Aspekte von sexualisierter Gewalt Dir am meisten zu schaffen machen. Wie bestimmte Bilder oder Worte auf Dich wirken können.
Überlege Dir, was Du Dir an diesem Tag zumuten kannst, was Dir an unserem Programm mehr zusagt oder dich stärker mitnehmen/bewegen könnte. Überlege eventuell auch wen Du zur Unterstützung aus deinem Umfeld, wen von deinen Freund*innen Du mitbringen kannst. Überlege Dir wo deine persönlichen Grenzen sind. Bitte denke daran, dass sich andere Menschen an diesem Tag eventuell nicht so sensibel verhalten, wie es Dir passen würde.
Alle möglichen Gefühle und Gefühläußerungen haben bei uns Platz; trauern, wütend sein und auch Lachen. Und wir wünschen uns, dass unsere Besucher*innen nicht vor lauter Stress, Trauer oder ähnlichem das Forum oder Fest verlassen müssen. Bitte wende Dich an unsere Supportstruktur, wenn Du das Gefühl hast, in welcher Form auch immer Unterstützung zu brauchen.

Raumkonzept

Wir werden am 8. Oktober einen Ort zur Verfügung stellen, an dem wir uns weder inhaltlich noch künstlerisch mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinandersetzen. Dieser Ort ist zum Ausruhen und Durchatmen gedacht. Bitte achtet bei Unterhaltungen, Erfahrungsaustausch und Diskussionen an diesem Ort darauf, nicht so laut zu werden, dass alle anderen mithören müssen.
Es wird außerdem einen Ort geben, an dem Du jederzeit Unterstützung erfahren kannst, Du kannst dich selbst dorthin begeben oder aber Du erreichst unsere Supportstruktur telefonisch. (Die Nummer geben wir am 8. Oktober beim Einlass aus und werden sie gut sichtbar verteilen und aushängen.) Dieser Ort ist dafür gedacht das Geschehen draußen mal auf Pause zu drücken und sich bewusst zu werden, was gerade gut tun würde.
An weiteren Orten wird es Programm geben, bitte beachtet die Kennzeichnungen an den Türen und die Programmbeschreibung, wenn Ihr bei uns angekommen seid.

Umgang miteinander

Wir freuen uns auf einen sensiblen und kraftvollen Austausch während des Forums und ein ausgelassenes Fest in der Nacht. Wir gehen davon aus, dass Ihr alle rücksichtsvolle und sensible Menschen seid, die Lust darauf haben sich respektvoll zu begegnen. Wir möchten nicht, dass Besucher*innen durch rücksichtsloses oder verletzendes Verhalten dazu beitragen, dass andere sich schlecht/er fühlen.
Bei Diskussionen und Gesprächen, beim Erfahrungsaustausch geht es uns darum, respektvoll zu argumentieren, einander verstehen zu wollen und bei dem jeweiligen Thema zu bleiben. Polemik und persönliche Beleidigungen haben in Diskussionen keinen Platz, um Ärger auszudrücken gibt es andere Möglichkeiten.
Wenn Menschen nicht mit Dir reden wollen, dann akzeptiere dies bitte genauso, wie wenn andere deine Unterstützung oder deine Einladung auf ein Getränk nicht wünschen. Persönliche Grenzen sind für uns nicht debattierbar. Es ist immer möglich sich zu entschuldigen und dem Gegenüber Raum zu lassen. Wir möchten hier betonen, dass wir gemeinschaftlich Verantwortung übernehmen dieses Forum&Fest zu gestalten.
Des Weiteren bitten wir Dich, dass Du beim Reden über Erfahrungen oder Berichte anderer Betroffener anonymisierst, sofern es nicht anders besprochen wurde. Nicht alle möchten, dass ihre persönlichen Erfahrungen außerhalb des Forums weitergesprochen werden. Daher wünschen wir auch keine Photos.

Unterstützung

Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir unsere Besucher*innen in schwierigen Situationen unterstützen können.
Unsere Unterstützer*innen sind für Dich da, wenn Du kurz mal eine Pause brauchst oder dein weiteres Vorgehen, deine Möglichkeiten besprechen willst.
Unser Support-Team ist da, wenn Du deine Grenzen erreicht hast, von einer Grenzüberschreitung betroffen bist oder allgemein wenn Du Hilfe benötigst. Wenn Du Dich durch Inhalte des Forums, z.B. einen Beitrag oder ein Bild, überfordert fühlst, kannst Du Dich an unser Unterstützungsteam wenden und wir werden gemeinsam sehen, wie wir Dir helfen können. Du findest sie am gekennzeichneten Ort oder Du kannst unsere Unterstützer*innen anrufen und sie zu Dir holen (z.B. auf die Toilette).
Wie die Unterstützung aussieht, kannst Du selbst entscheiden. Ein Gespräch, Schweigen oder Ablenken. Du kannst entscheiden, wie wir Dich unterstützen können. Alle Informationen werden wir vertraulich behandeln.
Wie versuchen für alle Menschen da zu sein, die unserer Unterstützung brauchen. Dabei müssen wir auch auf unsere eigenen Grenzen achten. Wir weisen auch darauf hin, dass unser Einfühlungsvermögen eventuell durch unsere jeweilige gesellschaftliche Position und unseren Erfahrungshorizont begrenzt ist. Die Mehrheit von uns ist nicht professionell in Beratung oder Therapie erfahren.

Hausrecht

Wir sind uns bewusst, dass wir eine besondere Verantwortung für die Sicherheit unserer Besucher*innen tragen. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst! Die Achtung persönlicher Grenzen steht dabei im Vordergrund. Sollte es zu grenzüberschreitenden Situationen kommen und ihr Hilfe braucht,wendet euch bitte an eine vertraute Person, den Menschen am Einlass oder hinter der Bar.

Das Hausrecht obliegt während der gesamten Veranstaltung dem Mensch Meier: Wer die Grenzen anderer nicht achtet, der*die fliegt raus!

Inhaltswarnungen

Um einen sensiblen Umgang mit den Beiträgen unseres Forums (Workshops, Vorträge, Berichte, Filme etc.) zumindest ansatzweise zu gewährleisten, arbeiten wir mit Inhaltswarnungen.
Auch wenn sogenannte Triggerwarnungen derzeit stark debattiert werden, wir sehen es als Chance, möglichst vielen Menschen den Zugang zu unserem Forum zu ermöglichen. So können sich Besucher*innen genau überlegen, womit sie sich auseinandersetzen wollen/können. Da wir nicht wissen, welche Inhalte jeweils individuell welche Reaktionen hervorbringen können, stellen unsere Warnungen einen Versuch dar, möglichst vorab zu informieren, welche Aspekte sexualisierter Gewalt thematisiert werden und die Entscheidung liegt dann bei Euch, ob ihr euch damit auseinandersetzt oder nicht.